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ein Gedankensplitter

Wenn Schmerz Sprache formt – Warum wir so empfindlich reagieren

Wenn alles zu viel wird

Kennst du dieses Gefühl, dass plötzlich alles zu viel ist?
Geräusche wirken lauter als früher, Licht blendet schneller, Gerüche sind kaum auszuhalten. Gespräche strengen an. Erwartungen, selbst gut gemeinte, fühlen sich wie Druck an. Manchmal reicht schon ein kleiner Kommentar, um innerlich zusammenzuzucken oder komplett dichtzumachen.

Viele Betroffene fragen sich dann:
Warum reagiere ich so empfindlich? Was stimmt nicht mit mir?

Die ehrliche Antwort lautet: Du bist nicht überempfindlich.
Dein Körper spricht und er spricht eine Sprache, die Schutz einfordert.

ME/CFS ist keine „starke Erschöpfung“. Es ist eine Erkrankung, die den Körper dauerhaft in einen Zustand zwingt, für den er biologisch nicht ausgelegt ist. Das Energiesystem ist massiv eingeschränkt, während gleichzeitig lebenswichtige Funktionen weiterlaufen müssen. Was von außen klein wirkt, kann innen enorme Kosten verursachen.

Was viele erst spät verstehen:
Der Ursprung dieser Überforderung liegt oft nicht zuerst im Körper, sondern im Nervensystem.
Und ein Nervensystem unter chronischem Stress verändert, wie wir wahrnehmen, reagieren und kommunizieren.

Wenn das Nervensystem permanent auf Alarm steht

Der Begriff Hypervigilanz wird häufig missverstanden. Er bedeutet nicht, dass jemand „ängstlich“, „sensibel“ oder „psychisch instabil“ ist.
Hypervigilanz beschreibt einen Zustand, in dem das Nervensystem dauerhaft Gefahren scannt, um Schaden zu vermeiden.

Bei ME/CFS ist das keine Fehlfunktion, sondern zunächst eine physiologisch sinnvolle Anpassung.

Denn:

  • Das autonome Nervensystem ist häufig dysreguliert.
  • Reize werden nicht mehr neutral verarbeitet.
  • Alles, was Energie kostet, wird automatisch als potenzielle Bedrohung eingestuft.
  • Schon minimale Belastungen können ein Crash-Risiko darstellen.

Ein kurzer Anruf.
Ein helles Licht.
Ein unerwartetes Gespräch.

Für ein gesundes Nervensystem sind das Nebensächlichkeiten.
Für ein ME/CFS-Nervensystem können sie sich anfühlen wie ein Sprint mit leerem Tank.

Der Körper lernt: Ich muss wachsam sein, sonst verliere ich Kontrolle.

Wenn Krankheit und Trauma sich überlagern

Viele Menschen mit ME/CFS erleben nicht nur die Erkrankung selbst als traumatisch, sondern auch das, was sie begleitet.

Dazu gehören:

  • Unglauben oder Bagatellisierung durch Ärzt:innen
  • Psychologisierung körperlicher Symptome
  • Verlust von Identität, Beruf, Rollen und Zukunftsplänen
  • Zerbrechende Beziehungen
  • Der permanente Kontrollverlust über den eigenen Körper
  • Schübe, die scheinbar „aus dem Nichts“ auftreten
  • Eine Lebensrealität, die kaum planbar ist

Diese Erfahrungen hinterlassen Spuren im Nervensystem.
Sie vertiefen den Alarmzustand.
Hypervigilanz wird nicht nur ein Symptom, sie wird ein Schutzmechanismus.

Der Körper lernt:
Ich darf nichts übersehen. Ich darf mich nicht zu sehr öffnen. Ich darf mir keinen Fehler erlauben.

Nicht aus Schwäche, sondern aus Überleben.

Wie Überforderung unsere Sprache verändert

Hypervigilanz beeinflusst nicht nur, wie wir Reize wahrnehmen, sondern auch, wie wir kommunizieren.

Viele Betroffene erleben sich:

  • schneller gereizt
  • emotional dünnhäutig
  • überfordert von Gesprächen
  • zurückgezogen oder missverstanden

Nicht, weil sie unreflektiert oder schwierig wären.
Sondern weil ihr inneres System alles daransetzt, Energieverlust zu vermeiden.

Das Nervensystem sagt:
Ich habe keine Reserven mehr. Bitte nicht noch mehr.

So entsteht eine neue Sprache, nicht laut, nicht logisch, nicht diplomatisch.
Sondern die Sprache der Überforderung.

Sie ist oft missverständlich für andere, aber sie ist zutiefst sinnvoll für den Körper, der sie spricht.

Was passiert, wenn wir das erkennen

Der Moment, in dem wir verstehen, dass unsere Reaktionen keine Charakterschwächen, sondern körperliche Schutzimpulse sind, verändert etwas Grundlegendes.

Es entsteht Raum für:

  • Mitgefühl mit uns selbst
  • Verständnis für unsere Geschichte
  • Achtung vor einem Körper, der jeden Tag versucht, uns zu schützen

Das ist kein „sich gehen lassen“. Das ist innere Arbeit auf einem sehr tiefen Niveau. Denn Selbstabwertung kostet Energie. Verständnis schafft Entlastung.

Kleine Schritte statt großer Erwartungen

Genau hier setze ich an. Nicht bei Optimierung, nicht bei „mehr schaffen“, nicht bei Durchhalten.

Sondern bei kleinen, realistischen, körperlich machbaren Schritten, die:

  • das Nervensystem entlasten
  • innere Sicherheit stärken
  • Reizüberflutung reduzieren
  • und damit langfristig auch die Symptomlast beeinflussen können

Es geht nicht darum, etwas „wegzumachen“. Sondern darum, dem System weniger Grund für Alarm zu geben.

Ein Angebot zur Unterstützung

Aus diesem Ansatz heraus ist mein neues Freebie entstanden:

„10 Impulse für mehr Stabilität im Alltag mit ME/CFS“

Es richtet sich an Menschen, die nicht noch mehr leisten wollen, sondern weniger kämpfen müssen.

Die Impulse sind:

  • niedrigschwellig
  • körperorientiert
  • realistisch im ME/CFS-Alltag
  • und darauf ausgerichtet, dein Nervensystem sanft zu entlasten

Einladung

Wenn du dich in diesem Text wiedergefunden hast, wenn du spürst, dass dein Körper Schutz braucht, nicht Druck, dann bist du hier richtig.

👉 Erhalte den Mini-Ratgeber für 0 € - schreibe mir dafür einfach eine Mail an mecfs_undschule@kunert-moeller.de und du bekommst den Link von mir zugeschickt. 

Nicht, um „besser zu funktionieren“. Sondern um ein Stück mehr Sicherheit in deinem Alltag zu finden.